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Serie: BARBAREN “Toben im Dreck”

Barbaren

D 2020; auf Netflix; R: Barbara Eder

Schauplatz der ersten deutschen historischen Netflix Original Serie ist die berühmte Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. im Teutoburger Wald. Die römischen Besatzer erpressen die germanischen Stämme, die zu verfeindet sind, um sich gemeinsam zu wehren. Daraufhin beschließen die cheruskische Fürstentochter Thusnelda (Jeanne Goursaud) und der Krieger Folkwin (David Schütter), das Imperium in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu demütigen. Um die Schande zu rächen, sendet der römische Statthalter (Gaetano Aronica) seinen Ziehsohn aus. Die drei werden die treibende Kraft hinter dem Aufstand, der die zerstrittenen Stämme zu einem Heer vereint. Gemeinsam liefern sie der überlegenen römischen Supermacht eine letzte Schlacht.

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Der Hamburger David Schütter zur Netflix-Serie „Barbaren“

Er war Alexander der Große in der Doku-Serie Terra X, gab den Stricher im preisgekrönten Kurzfilm „Porn Punk Poetry“ und der Neo-Nazi in „Wir sind jung. Wir sind stark“. Als Werbemodell für Levis trat David Schütter (29) in die Fußstapfen von Brad Pitt. Nun gibt der Hamburger den mutigen cheruskischen Krieger in der Netflix-Serie „Barbaren“. Mit dem Darsteller, einem Enkel von Schauspiel-Ikone Friedrich Schütter, unterhielt sich Dieter Oßwald.

Wie sehr magst du Folkwin Wolfspeer, den du spielst?

David: Mir gefällt absolut, wie eindrucksvoll diese Figur demonstriert, dass Maskulinität und Sensibilität zusammen gehören. Diese ganze „Jungs heulen nicht“-Geschichte wird als Schwachsinn vorgeführt: Als starker Anführer steht dieser Typ zu seinen Gefühlen und bringt sie auch zum Ausdruck. Das hat für mich durchaus aktuelle Bezüge mit Blick auf toxische Männlichkeit.

Der Realismus hat uns eingeholt, als das gesamte Team plötzlich Flöhe hatte“

Hast du die Action-Szenen selber gespielt oder hast du das den Stunt-Leuten überlassen?

David: Gefährliche Szenen überlässt man natürlich Stunt-Leuten. Wegen einer Verletzung tagelang auszufallen, wäre viel zu riskant für eine Produktion. Wobei das Rennen durch den nassen Wald gar nicht so ungefährlich ist. Wenn man sich ständig auf die Kamera konzentriert, übersieht man leicht ein Bäumchen. Aber Spielen und Toben im Dreck ist ein pures Vergnügen. Das war eine harte und schmutzige Welt, die wir da beschreiben. Der Realismus hat uns prompt eingeholt, als das gesamte Team plötzlich Flöhe hatte – zum Glück blieb ich davon verschont!

Für Achselhaare galt ein Rasierverbot“

Gab es eine Verbotsliste für den Dreh: Keinen Schmuck, keine rasierten Achselhaare?

David: Absolut! Für Achselhaare galt ein Rasierverbot, der Bart wurde nicht getrimmt. Auch meine Tätowierungen mussten jeden Morgen von der Maske sorgfältig abgedeckt werden, was aufwändiger war, als man denkt. Außerdem habe ich mich von meinem Handy weitgehend verabschiedet, um nicht aus dieser Naturverbundenheit gerissen zu werden. Die Erfahrung mit dem ausschließlich persönlichen Kontakt zu anderen Menschen fand ich sehr angenehm.

Was macht für dich die Faszination an diesem historischen Stoff aus?

Schütter: Das Besondere ist die Perspektive. Vieles wurde von römischer Seite überliefert. Wir sehen es das erste Mal aus dem Blickwinkel der Unterdrückten. Und die Serie zeigt uns auf, dass die Menschheit nach einigen Jahrtausenden teilweise immer noch dieselben Missstände zulässt – wie Rassismus, Privilegien, in welche man nur hineingeboren werden kann, und Zwangsheirat für Frauen.

Wie war es für dich, mit Barbara Eder zusammenzuarbeiten?

Schütter: Barbara ist eine ganz starke und sehr mutige Frau. Dass die Frauenrolle der Thusnelda gleichfalls derart stark ausfällt, ist auf alle Fälle dieser Regisseurin zu verdanken – und das freut mich. Auch die gesamte Ausstattung ist so ausgesprochen gut gelungen.

Wurdest du von der Regisseurin vorab in Geschichtsunterricht geschickt?

Schütter: Natürlich hat man sich zum Thema eingelesen oder Dokumentation angeschaut. Aber so viele Überlieferungen aus jener Zeit gibt es gar nicht. Beim Dreh selbst hatten wir historische Berater, die z. B. auf die richtigen Frisuren achteten. Die konnten sogar altgermanisch singen und haben damit für gute Stimmung nach Drehschluss gesorgt.

Was rätst du den Zuschauern: Pause zwischen den Folgen oder alles am Stück anschauen?

Schütter: Natürlich alles am Stück anschauen: Es ist so großartig, in dieser Welt zu bleiben, die so weit entfernt ist von allem, was wir so kennen!

Dieter Oßwald

Manche kämpfen für den Ruhm, andere für das, was werden soll” aus „Barbaren

(Foto Folkwin:) „Als starker Anführer steht dieser Typ zu seinen Gefühlen“ David Schütter

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