R.I.P.: Wir trauern um Frank Dostal

20. April 2017

“In der Nacht auf den 18. April 2017 ist Frank Dostal, stellvertretender GEMA-Aufsichtsrat, Produzent und Textdichter sowie einstiges Mitglied bei den Rattles und Wonderland, im Alter von 71 Jahren überraschend verstorben. Das meldet der GEMA-Aufsichtsratsvorsitzende, Enjott Schneider, auf seiner Facebookseite. Über die Todesursache ist derzeit noch nichts bekannt.

Frank Dostal wurde am 16. Dezember 1945 in Flensburg geboren und wuchs in Hamburg auf, wo er in den 60er-Jahren seine Musikkarriere als Sänger in verschiedenen Bands begann. Bekannt wurde er mit den Rattles, 1968 gründete er mit Achim Reichel die Band Wonderland, die mit ihrem Hit “Moscow” auch international erfolgreich waren. Auch in den 70er-Jahren arbeitete er noch eng mit Reichel zusammen – unter anderem bei dessen einflussreichen Alben als A.R. & Machines oder an den Longplayern “Dat Shanty Album” und “Klabautermann“.

Seit dieser Zeit wurde Frank Dostal als Textdichter immer erfolgreicher. So schríeb er unter anderem die Texte für Hits wie “Das Lied der Schlümpfe” von Vader Abraham, “Unter dem Schottenrock ist gar nichts” von Nico Haak oder “Du, die Wanne ist voll” von Dieter Hallervorden und Helga Feddersen. Darüber hinaus arbeitete er mit Künstlern wie Nana Mouskouri, Mike Krüger, Roberto Blanco und der Goombay Dance Band.

Zu seinen größten internationalen Erfolgen gehörte das Frauenduo Baccara, für das er gemeinsam mit dem Komponisten Rolf Soja verantwortlich zeichnete. Hier schrieb Dostal die Lyrics zu Welthits wie “Yes Sir, I Can Boogie“, “Sorry, I’m A Lady” oder “Parlez-vous Français“.

In seiner Funktion als GEMA-Aufsichtsrat mischte er sich mit hanseatischem Humor, aber auch mit der gebotenen Schärfe immer wieder in Debatten ein, in denen es um die Rechte von Künstlern ging.

2015 erhielt er den GEMA-Ehrenring. Damals würdigte ihn der GEMA-Vorstandsvorsitzende Harald Heker mit den Worten: “Frank Dostal versteht es, im Aufsichtsrat seine vielfältigen Kenntnisse und Erfahrungen aus der Musikszene, die er sich über Jahrzehnte erworben hat, zum Nutzen der GEMA und ihrer Mitglieder einzubringen und immer, wenn es angebracht ist, seine Stimme zu erheben.

Enjott Schneider formulierte damals: “Auch im kleinsten Detail genau und stets hanseatischen Klartext redend hat er sich sowohl ein großes GEMA-Wissen wie einen weiten Blick über die horizontlos gewordenen Landschaften von Musicbusiness und Digitalisierung erworben – und mit diesem Wissen geholfen, unser großes GEMA-Schiff erfolgreich über die internationalen Ozeane zu schippern.

Die Laudatio hielt 2015 GEMA-Aufsichtsrat Jörg Evers; er sagte damals unter anderem: “Mit seiner Beharrlichkeit, seiner Gradlinigkeit, seinem Mut und seiner Wissbegier für anscheinend auch unbedeutende Details erweist sich Frank Dostal immer wieder als unverzichtbare, gewissenhafte Stütze der Legitimation des GEMA-Aufsichtsrats. Er ist geradezu der Idealtypus eines verantwortungsvollen Aufsichtsrats, und wir sind ihm zu tiefstem Dank verpflichtet, dass er sein außergewöhnliches Engagement und sein feines Gespür der GEMA zur Verfügung gestellt hat.
Quelle: http://www.mediabiz.de/…/news/frank-dostal-verstorben/417576

 

 

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