CDs der Woche

CDs der Woche

28. September 2018

Good Charlotte

Generation RX

Wer der Meinung ist, dass sich die Pop-Punk-Heroen aus den USA im 22. Jahr ihres Be­stehens allmählich zurückziehen würden, hat weit ge­fehlt. Nur zwei Jahre nach der letzten Scheibe („Youth Authority“) legen die Jungs um Joel Madden (39) nach und servieren mu­si­kalische Leckerbissen, die im Vergleich deut­lich ausge­reifter und erwachsener klingen. Das verdeut­lichen u. a. das epische „Shadowboxer“, das mit einem hymnischen Refrain daher­kommt, sowie das melancholischere, mit Key­board-Intro ausgestattete „Actual Pain“. Scha­de, dass nach neun Stücken schon Schluss ist. (BMG)

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Alligatoah

Schlaftabletten, Rotwein Teil V

Die StRw–Reihe nutze ich, um meinen ver­balen Müll abzuladen“, erklärt Lukas Strobel alias Alligatoah sein neues Werk, das sich mit dem bereits fünften Teil in der Mixtape-Reihe des Rappers wiederfindet. Während die offi­ziellen Alben des 29-Jährigen bestimmte Ob­erthemen behandeln, kommt diese CD fast oh­ne Konzept daher. Und doch verdeutlichen die 16 Tr­a­cks einmal mehr das musikalische Kön­nen Strobels, der es wieder schafft, ge­sell­sch­aftskritische Th­e­m­en in ein locker­leichtes und gutkling­endes Umfeld zu platzieren. Die best­en Beispiele gibt’s mit „Beine Brechen“­ feat. Felix Brummer (Kraftklub) oder „Ein Prob­lem Mit Alkohol“. (Groove Attack)

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Alter Bridge

Live At The Royal Albert Hall

Nachdem vor einem Jahr mit „Live At The O2 Arena“ bereits eine Live-Scheibe er­schien, die einen Auftritt der „The Last He­ro“­-Tour dokumentierte, hat sich das Rock­er-Quartett nun etwas Besonderes einfallen lassen: So engagierten Myles Kennedy, Ma­rk Tremonti & Co. das Parallax Orchestra, das das Konzert am 02.10.17 in London u. a. mit Streichern unterstützte. Der Gig wurde visuell und auditiv eingefangen und gibt das großartige Spektakel mit glasklarem Sound wieder. Brachiale Songs vom Schlage „Ad­dicted To Pain“ kommen mit dem Klassik-Teppich noch epischer daher, währ­end bei ru­hig­eren Nummern wie „In Loving Mem­ory“ sämtliche Emotionen freigesetzt werd­en. (Napalm Records)

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Uriah Heep

Living The Dream

Die britische Hardrock-Institution um Grün­der und Gitarrist Mick Box steuert auf ein halbes Jahrhundert Bandgeschichte zu. Mit „Grazed By Heaven“ und dem Titeltrack stel­­len die Veteranen gleich ihre Qualitäten zur Schau: Kraftvoll, rockend und doch mit viel Gefühl gelingt ihnen der perfekte Start in Album Nummer 25. Mit dem treibenden „Knocking At My Door“, dem bluesigen, von Hammondorgel dominierten „Rocks In The Road“ plus dem nachdenklichen „Wat­ers Flowin‘“ geht es hochwertig weiter. Au­ch „It’s All Been Said“ oder das ma­jes­tä­ti­sche „Dreams Of Yesteryear“­ haben das Ze­u­g zu kommenden Klassikern. (Frontiers)

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Joe Bonamassa

Redemption

Vor kurzem veröf­fent­lichte der Bluesrock-Star mit „Brit­ish­ Blues Explosion“­ eine Li­ve-Platte mit Coverversionen seiner Jugend­idole (u. a. Eric Clapton). Wer hier ein da­von beeinflusstes Werk erwartet, sieht sich so­wohl bestätigt, als auch ge­täuscht. Das deu­tet das eröffnende „Evil Ma­ma“­ an. Die emotionale Intensität erin­nert an Yardbirds-Tracks. Ele­mente klas­sischen Souls sind au­ch vertreten. So unbe­rechenbar geht es wei­ter mit dem Boogie „King Bee Shakedown“, dem Groo­ver „Molly O‘“, der Rockballade „Self-inflicted Wounds“ und dem, vom 70er-Westcoast-Sound infi­zierten „Deep In The Blues Again“. (Provogue)

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[KS]
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