Top 10 des Monats November

Top 10 des Monats November

15. November 2018

Tenacious D

Post-Apocalypto

Sechs Jahre ist es her, dass Hollywood-Star Jack Black und sein Kompagnon Kyle Gass ein Album mit ihrem parodis­tischen Comedy-Rock-Projekt veröffentlicht ha­ben. Dass es dringend mal wieder nötig war, beweist das Duo mit diesem Soundtrack zu seiner gleich­namigen Animations-Serie auf YouTube. Neb­en einigen Hörspiel-Sketchen wi­rd mächtig ab­gerockt. Komplettiert werden die beiden und ihre herrlichen Nonsens biet­enden Texte dabei erneut durch FooFighters-Boss Dave Grohl, der das Schlagzeug bedient. Besonders gelun­gen sind die Akustik-Nummer „Hope“, die Power-Ballade „Making Love“, der epische Klavier-Schleicher „Fuck Yo-Yo-Ma“ und der Metal-Brecher „Daddy Ding Dong“. (Sony)

HHHHH Oku

Muse

Simulation Theory

Nachdem die UK-Superstars bereits vor 1 ½ Jahren mit dem elektronisch/rhythmischen „Dig Down“ die erste Vorab-Single veröf­fentlichten, folgt nun endlich das Gesamt­kunstwerk! Dieses demonstriert einmal mehr, wie gut es klingt, wenn Bands den gewohnten musikalischen Weg verlassen, um etwas „An­deres“ auszuprobieren. So taten es auch Muse, ohne den unverkennbaren Sound zu verlieren. Herausgekommen sind elf Songs, die je un­terschiedliche Ansätze und stilistische Varia­tionen aufweisen: So liefert „Thought Conta­gion“­ soliden Synthie-Rock inkl. Mitsing-Re­frain, während „Pressure“ im groovigen 80s-Rock-Gewand daherkommt. Besonders gelun­gen ist das ruhigere „Something Human“, das einige Pop-Elemente vorweist. Beeindruckend ist auch das Cover-Artwork – entworfen von Kyle Lambert (u. a. „Stranger Things“). (Warner)

HHHHHH JS

The Smashing Pumpkins

Shiny And Oh So Bright, Vol. 1 / LP: No Nost. No Future. No Sun.

Mit der achten Platte bekommen die Zuhörer gleich zwei Überraschungen serviert: Zum ein­en – natürlich – acht neue Songs, und zum an­deren verkündeten die Amerikaner, dass die Gründungsmitglieder James Iha (Git.) und Jimmy Chamberlin (Dr.) zurückgekehrt sind. Gemeinsam mit Billy Corgan (Ges.) und Jeff Schroeder (Git., seit 2008) liefern die Al­ternative Rocker nach vier Jahren neues Mater­ial, das an den gewohnten Sound anknüpft. Die Highlights gibt’s mit u. a. dem lockerleicht rhy­thmischen „Silvery Sometimes (Ghosts)“­ sowie dem, mit hartem Gitarrenriff daher­kom­menden, „Solara“, das im Refrain mit Metal-Elementen ausgestattet wurde. (Napalm Records)

HHHHH JS

Sick Of It All

Wake The Sleeping Dragon!

Die Metal/Hardcore-Crossover-Herren aus New York sind mittlerweile im 33. Jahr ihres Bestehens angekommen. Was nicht heißt, dass die Band um die Koller-Brüder Lou (Ges.) und Pete (Git.) immer noch ausschließlich nach 80er/90er klingen. Die Band gibt sich auf Album Nummer zwölf so abwechs­lungs­reich und zeitgemäß wie nie zuvor. So wird bei „That Crazy White Boy Shit“ in Richtung Groove-Metal ge­schielt, während „Bull’s Anthem“ nach ein­em party­tauglichen Mix aus Green Day und Drop­kick Murphys kl­in­gt. Wer’s eher klassisch und kriti­sch/­ag­gressiv mag, kommt mit „Robert Mo­s­es Was A Racist“­ oder „Self-important Shit­head“­ auf seine Kosten. (Century Me­dia/Sony)

HHHHH OKu

Roger Waters

The Soldier’s Tale

2017 beendete das ehemalige PinkFloyd-Mastermind mit „Is This The Life We Really Want?“ eine 25-jährige Durststrecke in Sachen Studiowerke. Nur 17 Monate spät­er legt er bereits die nächste Arbeit vor. Da­bei handelt es sich allerdings nicht um ein reguläres Rockalbum, sondern um eine Neu-Interpretation des 1918 entstandenen Musik­theat­erstücks des russischen Komponisten Igor Strawinsky. Waters spricht mit charis­matischer Stimme den Erzähler und sämt­liche Rollen wie den Soldaten, die Prinzessin, den Teufel und diverse Nebenfiguren. Be­gleitet wird er von einem lebendigen, dabei niemals aufdringlichen, klassischen Score. (Sony Classical/Sony)

HHHHH OKu

Steven Wilson

Home Invasion: In Concert At The Royal Albert Hall

In den letzten Jahren ist der Ex-Por­cupineTree-Frontmann zum er­folgreichsten Künst­ler auf dem Progressive-Rock-Sektor avan­ciert. Dieser Mitschnitt sei­ner letzten Kon­zert­reise entstand an drei Aben­den im Lon­doner Musentempel am Hyde Park. Natür­lich wurde besonderes Augenmerk auf die Songs des aktuellen Studiowerks „To The Bone“ gelegt. Und auch der Rest der Disko­grafie des Engländers ist gut repräs­en­tiert. Sound- und Bildqualität sind exzellent, die Performances von Wilson und seiner Band sind erwartungsgemäß top. Das Ganze ist auf DVD, Blu-ray und Doppel-CD zu genießen. (Eagle Rock/Universal)

HHHHH OKu

Chris Cornell

Chris Cornell

Als sich 2017 die Nachricht des Freitodes des Grunge-Stars wie ein Lauffeuer ver­brei­tete, stockte vielen Anhängern der Atem. Und sofort hatte jeder seinen Lieblings-Cor­nell-Song im Ohr … Da die Musik bekan­ntermaßen unsterblich ist, sind auf diesem Werk die größten Hits des US-Amerikaners vorzufinden – ausgewählt von Witwe Vicky Cornell und Freunden. Mit von der Partie sind u. a. „Be Yourself“ von Audioslave, „Hunger Strike“ von Temple Of Dog oder „Black Hole Sun“ von Soundgarden. Mit „When Bad Does Good“ oder dem Prince-Cover „Nothing Compares 2 U“ gibt’s obendrein noch zwei bisher unveröff­ent­lich­te Nummern. (A&M/Universal)

HHHH JS

Blackberry Smoke

The Southern Ground Sessions

Sechs Songs sind auf dieser Vinyl-EP enthalten – allesamt akustisch und live im Studio ein­gespielt. Dabei handelt es sich um fünf be­kannte Eigenkompositionen der Southern-Rock-Könige um Frontmann Charlie Starr, alle mit einem schön melancholischen Coun­try-Touch versehen. Besonders schön ist die unter Mithilfe der Violinistin Amanda Shires entstandene „Let Me Down Easy“. Dazu kommt eine sehr coole Coverversion des Tom-Petty-Klassikers „Lucky Some Time“. Das Ganze ist auch als CD erhältlich, allerdings nur in Form von Bonustracks auf der neuen Tour­version von „Find A Light“. (Earache/Warner)

HHHHH OKu

Mumford & Sons

Delta

Seit 2007 fabrizieren Marcus Mumford (31, Ges., Git., Dr.) und seine „Sons“ Stadion-Hymnen, die im lockerleichten Folk-Rock-Ge­wand daherkommen. Mit ihrem unverkenn­baren Stil, avancierten die Briten zu einer der größten Rockbands der Neuzeit. Die vierte Studioplatte knüpft an den Erfolgssound an und hat wieder einige Knaller in petto. Mit Akustik-Instrumenten bewaffnet, enterte das Quartett das Londoner Church Studio – be­sonders Winston Marshalls Banjo kommt wie­der deutlich zum Vorschein. Und dennoch strotzt das Werk vor Energie. Die Highlights heißen „Guiding Light“, „Picture You“ oder „Wild Heart“. (Island/Universal)

HHHHH JS

P.O.D.

Circles

Die Kalifornier um Frontmann Sonny San­doval zählten in den 90ern zu den Top-Acts der Nu-Metal- und Crossover-Welle. Ihr zehntes Studioalbum zeigt, dass die Herren nichts von ihrer Power und ihrem Groove verloren haben. Dabei klingen sie sehr vielseitig, arbeiten mit Ambient-Elementen, lassen Blues-Einflüsse dur­chschimmern sowie natürlich auch ihre Latino- und Hip-Hop-Wurzeln. Anspieltipps: Das an Linkin Park erinnernde Titelstück, das relaxte „Always Southern California“ und das deftig abgehende „Panic Attack“. (Mascot/RTD)

HHHHH OKu

[KS]
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