CDs der Woche

CDs der Woche

5. Februar 2018

Olli Schulz – Scheiß Leben, Gut Erzählt

Fast genau drei Jahre nach der Veröffent­lichung seines letzten Albums „Feelings Aus Der Asche“ erscheint jetzt das fünfte Studioalbum des Hamburger Entertainers. Wie gewohnt überzeugt Schulz durch ein­falls­reiche, unterhaltsame Texte und coole Hintergrundbeats, mit denen der 44-Jährige 2018 auf große Deutschlandtour geht und am 6.4. die Laeiszhalle in Beschlag nimmt. (Trocadero Records)

LiP

Bruce Dickinson „What Does This Button Do?“ – Die Autobiografie

Wenn man den Namen „Bruce Dickinson“ hört, denkt man unweigerlich an die wohl erfolgreichste Heavy Metal-Band der Welt: Iron Maiden. Seit über 35 Jahren ist er für diese – mit einer Auszeit – als Sänger aktiv. Darüber hinaus ist den meisten Fans wohl ebenfalls bekannt, dass der 59-Jährige ein ausgebildeter Pilot ist, weshalb er seine Kollegen regelmäßig selbst mit der „Ed Force One“ durch die Gegend fliegt. Dass der Brite darüber hinaus noch viel mehr draufhat, macht er nun in seiner ersten Autobiografie deutlich. Auf 440 Seiten, die mit tollen Bildern geschmückt sind, erzählt Bruce von seiner Kindheit, seiner Bierbrauerei, seinem Kampf gegen den Zungenkrebs, natürlich von seiner Band und gibt noch weitere, teilweise unglaubliche Details aus seinem Leben preis. Ob Maiden-Fan oder nicht: Dieses Buch darf in der Musiksammlung nicht fehlen! (Heyne)

JS

Justin Timberlake – Man Of The Woods

Der 36-Jährige Superstar, der nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch regelmäßig mit seinem schauspielerischen Talent brilliert, wird in diesem Jahr in der legendären Halbzeit-Pause des Super Bowls auftreten – diese Ehre wird nur den größten Künstlern zuteil. Wie gut, dass Timberlake kurz vorher seine fünfte Plat­te auf den Markt bringt, um mit neuem Material glänzen zu können. Im Gegensatz zum Gute-Laune-Hit „Can’t Stop The Feeling“ (2016), dominiert auf diesem Silberling klar der R’n’B, der sich vor allem in schweren Tracks wie „Filthy“ oder „Supplies“ breitmacht. Dass Tim­ber­land seine Finger einmal mehr im Spiel hatte, kann nicht verleugnet werden. (RCA)

JS

 

Simple Minds – Walk Between Worlds

Die 80er-Superstars um Frontmann Jim Kerr erfreuen ihre Fans auf Album Nummer 18 mit einem neuen Line-Up und modifi­ziert­em Sound. Anstelle des klassischen Breit­wand-Rock/Pops gehen Kerr, Gitarrist Charlie Burchill und ihre neuen, viel jüng­eren MitstreiterInnen deutlich moderner und vielseitiger zur Sache. Sowohl stilistisch als auch in Sachen Sound. Das düster ange­hauchte „Utopia” sowie das mit viel Elek­tronik und Beats daherkommende „Magic” zeigen den Mut der Schotten. Meist zahlt er sich aus, aber wie bei dem langweiligen, allzu bemüht wirkenden „In Dreams” kann er auch schon mal nach hinten losgehen. (BMG Rights)

 

Awolnation – Here Come The Runts

Nachdem es zwei Jahre ruhig um die Indie-Rockband aus den USA, die sich 2011 mit Sail weltweit einen Namen machte, was, bringt die Gruppe um Gründer Aaron Bruno (39) nun endlich die neue, dritte Scheibe raus. Die 14 Stücke, allesamt von Bruno selbst geschrieben und produziert, überzeugen mit einem bunten Mix aus Rock-, Indie- und Popelementen. Melodische Gitarrenparts und ausgezeichnete Lyrics machen Stücke wie „Handyman“ und „Miracle Man“ zu potenziellen Hits, die die Jungs am 19.4. im Uebel & Gefährlich präsen­tieren. (Red Bull Records)

♥♥♥♥♥

 

Long Distance Calling – Boundless

Nach einigen Alben mit gelegentlichen Gast­sängern hat sich Deutschlands beste Postrock-Band entschieden, endlich mal wieder ein komplettes Instrumentalwerk abzuliefern. Eine exzellente Entscheidung. Denn Stücken wie dem eröffnenden Neunminüter “Out There”, dem metallisch-harten “Ascending” oder dem verträumt-sphärischen “In The Clouds” fehlt absolut nichts. So abwechslungsreich, so span­nungs­geladen und durchgehend unterhaltsam kommen sie daher. (InsideOut/Sony)

♥♥♥♥♥

 

[KS]
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